Wahnsinns-Schlussdrittel an der Eisarena: Black Hawks drehen 1:3-Rückstand und schlagen die Stuttgart Rebels 6:3

Die Passau Black Hawks haben vor 473 Zuschauern ein hochdramatisches Spiel gegen die Stuttgart Rebels mit 6:3 (1:0, 0:3, 5:0) gewonnen. Nach einem 1:3-Rückstand nach 40 Minuten drehte die Mannschaft von Trainer Dan Reja die Partie im Schlussabschnitt mit fünf Treffern in Serie – und das bei einem Schussverhältnis, das mit 27:58 klar für die Gäste sprach.

Das erste Drittel verlief über weite Strecken ausgeglichen, Zählbares brachte erst die Schlussphase des Abschnitts: In der 18. Minute traf Grady Hobbs nach Vorarbeit von Klavs Planics und Alexander Biberger zur Passauer Führung. Mit dem 1:0 ging es in die erste Pause – ein Vorsprung, der angesichts der Spielanlage der Gäste aber nur eine dünne Hypothek war.

Im Mittelabschnitt kippte die Partie. Xaver Tippmann glich in der 24. Minute aus, ehe Jayden Schubert in der 29. Minute die erste Gästeführung erzielte. Besonders bitter aus Passauer Sicht: Eine Sekunde vor der zweiten Sirene erhöhte erneut Jayden Schubert im Powerplay auf 1:3 (39:59). Nach 40 Minuten lagen die Black Hawks damit mit zwei Toren zurück.

Der Start in den Schlussabschnitt geriet dann zur Wende: Bereits nach 19 Sekunden verkürzte Grady Hobbs auf 2:3. In der 44. Minute stellte derselbe Grady Hobbs in Überzahl auf 3:3 – und nur Sekunden später, in der 45. Minute, brachte Andrew Schembri die Hausherren mit dem späteren Siegtreffer erstmals wieder in Führung. In der Schlussphase sorgten die Black Hawks für klare Verhältnisse: Leonard Mössinger traf in der 58. Minute zum 5:3, Klavs Planics machte in der 59. Minute im Powerplay mit dem 6:3 den Endstand perfekt.

Bemerkenswert bleibt die Effizienz der Gastgeber, die aus 27 Schüssen sechs Treffer erzielten, während die Rebels bei 58 Abschlüssen nur dreimal erfolgreich waren. Bei den Strafminuten blieb es mit 16:16 ausgeglichen – Passau nutzte seine Überzahlsituationen im Schlussdrittel allerdings deutlich konsequenter. Stuttgart, betreut von Trainer Tom Coolen, reiste trotz spielerischer Überlegenheit mit leeren Händen ab.

„Eines ist sicher: Passau hat seine Chancen in den ersten fünf Minuten des dritten Drittels konsequent genutzt. Da ging es Schlag auf Schlag. Insgesamt waren wir meiner Meinung nach die bessere Mannschaft. Aber wenn man bei fast 60 Schüssen nur drei Tore erzielt, verliert man ein solches Spiel. Glückwunsch an Dan und Passau“, bilanzierte Stuttgarts Trainer Tom Coolen.

„Das zweite Drittel war sicherlich nicht unser bestes in dieser Saison. Umso stärker war die Reaktion im Schlussabschnitt. Ehrlich gesagt habe ich die Mannschaft in der Pause zum ersten Mal lautstark wachgerüttelt, obwohl das normalerweise nicht meine Art ist. Ich habe klargemacht, dass wir vorangehen müssen. Wir müssen endlich über 60 Minuten spielen, Verantwortung übernehmen und uns gegenseitig in die Pflicht nehmen. Marco war heute im Tor wieder sehr stark. Wir haben ein sehr starkes Torhüter Duo das uns immer im Spiel halten kann“, analysierte Black-Hawks-Coach Dan Reja auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. -czo

 

 

Statistik

EHF Passau Black Hawks — Stuttgart Rebels

Tore: 1:0 Grady Hobbs (18.); 1:1 Xaver Tippmann (24.); 1:2 Jayden Schubert (29.); 1:3 Jayden Schubert (40.); 2:3 Grady Hobbs (41.); 3:3 Grady Hobbs (44.); 4:3 Andrew Schembri (45.); 5:3 Leonard Mössinger (58.); 6:3 Klavs Planics (59.)

Zuschauer: 473

Schiedsrichter: Pletzer Alexander / Lender Benedikt

Linienrichter: Sivic Alexander / Huber Michael